Die "Filterblase" /"Informationsblase" -  gelegentlich auch  
"Google-Filterblase" genannt erschwert den Vergleich von Suchergebnissen:   immer häufiger sehen Internet-Nutzer bei einer Google-Recherche individuell zusammen gestellte Ergebnisse

Wer sich professionell mit SEO-Aufgaben (Search-Engine Optimization) beschäftigt, stellt gelegentlich fest, dass die Google-Suchergebnisse die er  bei einem individuellen Suchbegriff in real-time auf seinem Monitor sieht, nicht immer mit jenen Ergebnissen identisch sind, die bei seinem Kunden bei zeitgleicher Suche aufgelistet werden. Oft kommt es auch vor, dass potentielle Kunden die Sichtbarkeit der eigenen Website falsch - meist zu positiv - einschätzen.

Diese Diskrepanzen führen verständlicherweise zu Irritationen, bzw. sogar Misstrauen und haben schon so manche geschäftliche Beziehung zwischen Dienstleister und Kunden belastet.  Doch die Erklärung hierfür ist ganz einfach und hat nicht unbedingt etwas mit Manipulationen durch den Dienstleister zu tun: da Google sich aufgrund kommerzieller Überlegungen bemüht,  jeden Kunden (Motto: der Kunde ist König) individuell zu bedienen und seine bekannten Vorlieben und Interessen zu befriedigen - werden unterschiedlichen Nutzern auch unterschiedliche Links (Suchergebnisse) präsentiert.


Da Google alles speichert was die Suchmaschine auch mit Hilfe anderer Google-Produkte über den jeweiligen Kunden herausfinden kann - und dies ist, wie wir mittlerweile wissen, erschreckend viel -
fließt in die Präsentation der Suchergebnisse die gesamt Aktivitäts-Vorgeschichte des jeweiligen Kunden ein.  Je öfter ein Kunde die Google-Dienste nutzt, um so stärker werden die Suchergebisse von den Google-Algorithmen manipuliert - sprich "personalisiert". 


Dem Nutzer der sich in der "Filterblase" befindet  werden immer mehr Links in Top-Ranking-Positionen  gelistete von denen die Google-Software  annimmt, dass sich der Kunde besonders für diese Links interessiert.  Das bedeutet, dass der Nutzer der Suchmaschine quasi in der  "Google-Blase"  gefangen ist und im Extremfall  - da er dieses Phänomen nicht kennt und die Folgen nicht beurteilen kann - ein völlig falsches Bild von der online-Marktsituation bekommt. Aber auch in Fragen der Politik werden dem Nutzer Seiten vorenthalten, die nicht seiner vermutliche Sicht der Dinge entsprechen.

Es kann also passieren, dass ein Nutzer in Google vermehrt Suchergebnisse sieht, die die Sichtbarkeit (Visibility) der auf der eigenen Website bereitgestellten Informationen zu Produkten und Dienstleistungen unzutreffend positiv und jene der Mitbewerber ebenso unzutreffend negativ darstellen.

Einem Mitarbeiter einer Firma wie beispielsweise Bayer werden daher mehr Links zu Bayer-Seiten in Top-Positionen aufgelistet, als einem Mitarbeiter der Firma Roche, der zur gleichen Zeit eine identische Recherche durchführt. Google hat also aufgrund der Auswertung der Such-Vorgeschichte des individuellen Nutzers ,  und anderer zugänglicher Quellen,  erkannt, dass sich dieser Kunde besonders für Webseiten interessiert, die den Leitsuchbegriff "Bayer" enthalten.
Und diese Seiten liefert er dann  bei aktuellen Recherchen auch bevorzugt. Der recherchierende Firmenangehörige sieht also möglicherweise Rechercheergebnisse, die in der Internet-Öffentlichkeit nur noch seine im gleichen Firmen-Netzwerk eingebundenen Kollegen sehen.

Dies erklärt den Umstand, dass Unternehmen gelegentlich keine realistischen Vorstellungen von der tatsächlichen Sichtbarkeit der auf der eigenen Website bereitgestellten Informationen zu Produkten und Dienstleistungen haben.

Ihnen fällt zwar auf, dass ihre Unternehmenswebsite kaum besucht und die einzelnen Seiten, wenn überhaupt, nur kurz aufgerufen werden - doch der Hintergrund dieses Phänomens wird von ihnen nicht identifiziert, da das tatsächliche schlechte Ranking aufgrund der die Suchergebnisse manipulierenden "Filterblase" nicht thematisiert werden kann.  

Auch externen Beratern ist dieses Phänomen oft nicht bekannt. Es wird daher bei Beratungen nicht thematisiert.

Diese Manipulationen durch Google & Co. kann man vermeiden,   indem man im Zweifelsfall Suchmaschinen benutzt, die die angeforderten Suchergebnisse nicht personalisieren - also beispielsweise Suchmaschinen wie www.ixquick.com und www.duckduckgo.com die  unter anderem auch von Medien wie Spiegel online, New York Times und Times positiv erwähnt/empfohlen wurden.

Fazit: die täglich millionenfach in Anspruch genommenen Dienstleistungen von Google, bzw. die angezeigten Suchergebnisse,  waren und sind nicht statisch und vergleichbar. Sie verändern sich ständig - unter anderem auch in Abhängigkeit vom jeweils genutzten Google-Server.
Der in diesem Zusammenhang wichtigste Faktor ist aber der Umstand, dass Google jedem Nutzer der Suchmaschine "personalisierte"  - sprich manipulierte  - Suchergebnisse angezeigt.
Vergleiche der Ranking-Positionen sind daher bei unterschiedlichen Personen selbst bei zeitgleicher Abfrage nicht zuverlässig möglich. Zusätzlich ändern sie sich die Rechercheergebnisse auch aufgrund des Abrufs der Daten von unterschiedlichen Google-Servern, die nicht immer in real-time synchronisiert sind.

Suchmaschinen wie Ixquick und DuckDuckGo sind eine empfehlenswerte Alternative zu Google und andere führende Suchmaschinen wie Bing und Yahoo, da sie die persönlichen Daten der Nutzer nicht ausspionieren und für Geheimdienste zugänglich machen. Außerdem personalisieren - sprich manipulieren. - sie die zusammengestellten Suchergebnisse nicht.  

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